Historie des Schützenvereins Lippborg

Im Jahre 2005 feierte der Schützenverein Lippborg e.V. sein 175-jähriges Bestehen.

Aus dem ältesten vorhandenen Protokollbuch geht hevor, dass der Verein schon im Jahre 1830 urkundlich erwähnt wurde. Das wirkliche Alter des Vereins darf vielleicht noch erheblich höher angesetzt werden, da die Gemeinde Lippborg nachweislich bereits im Jahre 1189 Bestand hatte.

Wie fast in jedem Dorf oder in jeder Stadt ist der Schützenverein Bestandteil der Gemeinde. Volkstum, Brauch und Sitte sind die Pfeiler der Heimatpflege, die damals wie heute in den Gemeinsinn der Bürger gestellt sind, ohne die eine Gemeinde nicht leben kann. Auch in Zukunft wird eine gesunde Gemeinschaft auf diesen Gemeinsinn nicht verzichten können.

War es ursprünglich die Aufgabe der Schützen, äußeres Unheil von jeder Stadt oder Gemeinde abzuwehren, so sieht die heutige Generation den Erhalt des Brauchtums als Verpflichtung an. Die jährlichen Schützenfeste geben durch Geselligkeit und Frohsinn einen Beitrag zum besseren Verständnis der Menschen zueinander.

Das Schützenfest wird traditionsgemäß bis auf wenige Ausnahmen immer Ende Juni / Anfang Juli gefeiert. Allerdings fanden die ersten Schützenfeste bereits im Mai statt. Dieses geht aus einer Zeitungsanzeige aus dem Jahre 1843 hervor. Es ist die älteste bekannte Anzeige eines Schützenvereins im ehemaligen Kreis Beckum und hat folgenden Wortlaut:
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Die ältesten aufgefundenen Zeitungsanzeigen über das Schützenfest in Lippborg
Schützenfest in Lippborg
Die Feier des diesjährigen Schützenfestes soll am 27. und 28. Mai wieder im Weidekamp der Witwe Colon Westfeld hierselbst stattfinden.
Zu dieser Festlichkeit werden alle auswärtigen sowohl als auch heimische Freunde des geselligen Vergnügens hierdurch freundlichst eingeladen.

Lippborg, den 18. Mai 1843
Der Vorstand des Schützenvereins
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Das Protokoll von 1905.
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Das Protokoll von 1930.
In den Jahren 1914 bis 1919 (1. Weltkrieg) wurden keine Schützenfeste gefeiert. Statt des Schützenfestes wurde im Jahr 1914 ein gemeinsamer Ausflug mit Musik zur Gaststätte Vester im Brüggenfeld gemacht. Die erste Generalversammlung nach dem Krieg wurde am 2. Mai 1920 einberufen. Es konnte ein Kassenbestand von Mk 231,99 übernommen werden. 1921 wurde dann wieder das erste Schützenfest gefeiert, wobei das alte Königspaar von 1913 (Heinrich Heitkötter und Frl. Renfert) für den ersten Tag wieder die Königswürde übernahm.

Nach dem Tod des Vorsitzenden Adolf Hagedorn, der 32 Jahre den Verein geführt hatte, wurde 1937 Kaspar Pohlmann jun. zum Nachfolger gewählt.

Auch in den Jahren 1940 bis 1948 (2. Weltkrieg) wurden keine Schützenfeste gefeiert.
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Königspaar 1949: Heinrich Tentrop und Herta Sohlmann mit Hofstaat

Im zweiten Weltkrieg

sind sehr viele Schützenbrüder gefallen oder wurden als vermisst gemeldet.

Zu einer konstituierenden Vereinsversammlung nach dem Krieg wurden durch Heinrich Kleine alle früheren Mitglieder zum 26. Mai 1948 in das Vereinslokal Hagedorn eingeladen. Geld und Vereinsutensilien waren nicht mehr vorhanden. Der Vorsitzende Kaspar Pohlmann wollte aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidieren. Von der Versammlung wurde Fritz Vehling als Nachfolger vorgeschlagen und einstimmig gewählt.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis:
  • Fritz Vehling (1. Vorsitzender)
  • Kaspar Pohlmann (2. Vorsitzender)
  • Adam Hagenkamp (Kassierer)
  • Kaspar Wulf (Gerätewart)
  • Heinrich Wiengarn (Schriftführer)
  • Paul Hagedorn (Schießwart)
  • Josef Pohlmann (Hauptmann)
  • Heinrich Hunke (1. Feldwebel)
  • Theo Kleine (1. Vizefeldwebel)
  • Heinrich Schäfer (2. Vizefeldwebel)
  • Kaspar Sandmöller (1. Königsoffizier)
  • Bernhard Schmillenkamp (2. Königsoffizier)
  • Bernhard Opperbeck (Fahnenträger)
  • Adolf Mittrup (1. Fahnenträger)
  • Heinrich Steinhoff (2. Fahnenträger)
  • Alfons Beltrup (1. Adjutant)
  • Hermann Magh (2. Adjutant)
  • Wilhelm Röttger (3. Adjutant)
  • Heinrich Kleine (Mundschenk)
Als Kassenprüfer wurden Theodor Gräwe und Tonius Röttger gewählt. Josef Schoeneich und Franz Nottelmann kamen als Beisitzer in den Vorstand. Festwirt war Josef Bockey.

Alle damaligen Vorstandsmitglieder sind inzwischen verstorben.
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Auszüge aus dem Protokoll von 1955

Der Vorsitzende Fritz Vehling konnte zur Generalversammlung im Saale Willenbrink zum ersten Male die Beckumer Musikkapelle begrüßen.

Laut Beschluss soll der Jahresbeitrag von 5 DM bestehen bleiben. Das Eintrittsgeld wurde auf 1,50 DM für Damen und Herren festgelegt.

Die Ehrenmitglieder sollen in Zukunft nicht mehr mit Pferdegespannen, sondern mit Autos zur Vogelstange gefahren werden.

Vom Vorsitzenden kam der Vorschlag zur Gründung einer Ehrengarde. Die Gründungsversammlung findet im April statt.

Nach 35-jähriger Tätigkeit als Kassierer bat Adam Hagenkamp auf Grund seines Alters um seinen Rücktritt. Mit einem Frühstückskorb bedankte sich der Vorsitzende (Fritz Vehling) für seine langjährige Mitarbeit bei ihm. Als neuer Kassierer wurde von der Versammlung vorgeschlagen und gewählt: Theo Gräwe. Um ihn zu entlasten wurde der Beschluss gefasst, den Jahresbeitrag in Zukunft am Palmsonntag zu erheben.

Auf Vorschlag von Hauptmann Ruploh wird in Zukunft über dem Königstisch ein Schild angebracht mit dem Spruch:

„Loat us tousammen hoalen!“
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Allgemeines

Unter starker Beteiligung des Schützenvereins konnte im Jahre 1951 am Schützenfestsonntag das Kardinal von Galen Denkmal eingeweiht werden. Der damalige Regierungspräsident Hacketal und die Landräte der Kreise Beckum und Soest waren anschließend Gäste im Festzelt.

Bei einem Spendenaufruf des Schützenvereins im Jahre 1952 wurden 1800 DM gesammelt. Ein großer Betrag davon wurde 2 Familien zur Verfügung gestellt, denen die Kühe von der Weide gestohlen worden waren und die sich dadurch in ihrer Existenz bedroht sahen.

Ebenfalls im Jahre 1952 wurde auf Antrag des damaligen Küsters Franz Schafhausen ein Kirchenfenster gestiftet. Das „Hubertus-Kirchenfenster“ befindet sich über dem rechten Seiteneingang der Pfarrkirche St. Cornelius und Cyprianus.

Auf dem Gelände des Schützenbruders Hermann Herrschaft wurde 1967, ebenfalls größtenteils aus Spenden, ein neuer Schießstand mit Kugelfang errichtet. Im gleichen Jahr wurde die Eintragung des Schützenvereins in das Vereinsregister vollzogen.
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Anlässlich der 800-Jahr Feier Lippborg wurden an allen Ortseingängen Eichentafeln aufgestellt, die vom Schützenverein gespendet wurden.

Seit 1932 stellt der Spielmannszug Lippborg die Marschmusik für die Festumzüge.

Auf dem Rücken der Pferde...

In den 60er, Anfang der 70er Jahre wurden noch Pferde im Umzug mitgeführt. Die höchstrangigen Offiziere, Oberst Bernhard Ruploh, Oberst Kaspar Hoffmeier, Hauptmann Heinrich Westhues, Hauptmann Franz Günnewig und Hauptmann Heinrich Hahues, gaben Kommandos hoch zu Ross.

Ebenfalls beritten waren im Festzug die Adjutanten. Eine Abordnung des Reitervereins führte zudem den Festzug an.

Da auch schon einmal kleinere Unfälle durch die Pferde passierten und die Versicherungskosten dafür immer höher wurden, verzichtete der Schützenverein auf das Mitführen von Pferden im Festzug.
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